Reifenrechner: Reifengrößen vergleichen

Aktuelle Größe
Neue Größe

Abrollumfang: +0,38 %

im üblichen Toleranzbereich (Richtwert −2,5 % bis +1,5 %)

Ob die Größe erlaubt ist, hängt von Fahrzeugpapieren bzw. Gutachten ab: Regeln für DE, AT und CH.

Bei echten km/h zeigt der Tacho 99,6 km/h.

Zeigt der Tacho 100 km/h, fahren Sie real 100,4 km/h.

Nach ECE-R 39 darf der Tacho nie weniger anzeigen als die echte Geschwindigkeit. Serientachos gehen meist einige Prozent vor und fangen kleine Abweichungen auf; die Reserve Ihres Autos kennt der Rechner nicht.

MerkmalAktuellNeuDifferenz
Reifenbreite (mm)205225+20
Flankenhöhe (mm)112,8101,3−11,5
Felgendurchmesser (mm)406,4431,8+25,4
Reifendurchmesser (mm)631,9634,3+2,4
Abrollumfang, rechnerisch (mm)
i

Unter Last ist der echte Abrollumfang je nach Reifen und Luftdruck etwa 2 bis 4 % kleiner. Die prozentuale Abweichung zwischen zwei Größen ändert sich dadurch praktisch nicht.

1.9851.993+8
Umdrehungen pro km503,7501,8−1,9
Bodenfreiheit+1,2 mm
Alternative Größen

15 Zoll

16 Zoll

17 Zoll

18 Zoll

19 Zoll

So wird gerechnet
Aktuell 205/55 R16
h = 205 × 55 ÷ 100 = 112,75 mm · dF = 16 × 25,4 = 406,4 mm · D = 406,4 + 2 × 112,75 = 631,9 mm · U = π × 631,9 = 1.985,2 mm · n = 1.000.000 ÷ 1.985,2 = 503,7
Neu 225/45 R17
h = 225 × 45 ÷ 100 = 101,25 mm · dF = 17 × 25,4 = 431,8 mm · D = 431,8 + 2 × 101,25 = 634,3 mm · U = π × 634,3 = 1.992,7 mm · n = 1.000.000 ÷ 1.992,7 = 501,8
Abweichung
(1.992,7 − 1.985,2) ÷ 1.985,2 × 100 = +0,38 %
Tacho
100 × 1.985,2 ÷ 1.992,7 = 99,6 km/h
Bodenfreiheit
(634,3 − 631,9) ÷ 2 = +1,2 mm

Andere Reifengröße wählen: von den Fahrzeugpapieren bis zur Freigabe

  1. Im COC-Papier unter Ziffer 35 alle freigegebenen Rad-Reifen-Kombinationen mit Lastindex und Speedindex notieren.
  2. Wunschgröße mit fast gleichem Außendurchmesser wählen: pro Zoll Felge mehr etwa 10 bis 20 mm breiter und 5 Querschnittspunkte flacher.
  3. Abweichung des Abrollumfangs berechnen; sie sollte zwischen −2,5 % und +1,5 % liegen.
  4. Lastindex und Speedindex der Wunschgröße mit den Werten aus dem COC vergleichen, bei flachen Größen XL wählen.
  5. Felgenbreite zur Reifenbreite und die Einpresstiefe zum Radkasten prüfen.
  6. Steht die Kombination nicht im COC: Felge mit ABE oder Teilegutachten für Ihr Modell kaufen und abnehmen lassen.

Vier typische Gründe für eine andere Größe

Jeder Anlass hat eine eigene Schwachstelle. Wer sie kennt, prüft zuerst den Punkt, an dem die Umrüstung am häufigsten scheitert.

Größere Felgen für die Optik

Typisch sind +1 oder +2 Zoll bei gleichem Außendurchmesser, etwa 205/55 R16 auf 225/40 R18. Die Flanke wird flacher, das Fahrwerk wirkt straffer, die Reifen kosten mehr. Am häufigsten scheitert es am Lastindex: Die flache Größe erreicht den Serienwert oft nur als XL-Reifen. Dazu kommt die Frage, ob die breitere Felge innen am Federbein vorbeipasst.

Günstigere oder lieferbare Größe

Manche Seriengrößen sind teuer oder schwer erhältlich. Eine Größe mit fast gleichem Umfang, etwa 205/50 R17 statt 225/45 R17 mit +0,4 %, ist technisch oft möglich. Sie ist aber nur zulässig, wenn sie im COC steht oder ein Gutachten sie für die Felge nennt. Eine ähnlich aussehende Größe wie 215/55 R16 statt 205/55 R16 liegt bereits bei +1,7 % und damit außerhalb des Richtwerts.

Winterräder

Winterräder sind meist ein Zoll kleiner und schmaler, etwa 205/55 R16 statt 225/45 R17 mit −0,4 %. Das spart Geld und greift auf Schnee besser. Die Schwachstelle ist die Bremse: Ob die kleinere Felge über den Bremssattel passt, steht als kleinste zulässige Größe im COC. Außerdem geben viele Hersteller Schneeketten nur für eine Größe frei.

Gebrauchte Räder, schon gekauft

Hier ist die Reihenfolge umgekehrt: Zuerst müssen Lochkreis und Mittenloch zum Auto passen, dann die Einpresstiefe. Danach entscheidet, ob für genau diese Felge ein Gutachten mit Ihrem Modell existiert; die KBA-Nummer auf der Rückseite führt zur ABE. Zuletzt zählen DOT-Alter der Reifen und vorhandene RDKS-Sensoren.

Wo die Reifengröße steht

Die montierte Größe steht groß auf der Reifenflanke, auf dem Aufkleber in der Tankklappe oder an der B-Säule und in der Bedienungsanleitung. Das sagt aber nur, was gerade montiert ist oder welchen Luftdruck der Hersteller für einige Größen empfiehlt. Welche Größen das Auto fahren darf, steht ausschließlich in den Fahrzeugpapieren. Ein Vorbesitzer kann eine falsche Größe montiert haben; die Flanke ist deshalb kein Nachweis.

LandDokumentWo genau
DeutschlandZulassungsbescheinigung Teil I und COC-PapierFelder 15.1 und 15.2 nennen nur je eine Größe pro Achse; alle freigegebenen Kombinationen stehen im COC unter Ziffer 35
ÖsterreichZulassungsschein und Typenschein oder COCRad-Reifen-Liste im Typenschein beziehungsweise im COC unter Ziffer 35
SchweizFahrzeugausweis und TypengenehmigungReifenangaben im Ausweis; die vollständige Liste steht in der Typengenehmigung des Modells

Fehlt das COC, stellt der Hersteller oder ein Markenhändler eine Zweitschrift aus, je nach Marke für 30 bis 150 Euro. Bei Importfahrzeugen ohne EU-COC gilt nur, was in der Zulassungsbescheinigung oder im Typenschein steht.

Reifengröße lesen: was 205/55 R16 91V bedeutet

Die Größe besteht aus drei Maßen, der Bauart und der Betriebskennung. Nur die Zollzahl ist ein absolutes Maß; der Querschnitt ist ein Verhältnis. Deshalb haben 205/55 und 225/55 nicht die gleiche Flankenhöhe: 112,75 mm gegenüber 123,75 mm, was den Durchmesser um 22 mm verändert.

BestandteilNameBedeutung
205BreiteNennbreite in mm, gemessen auf einer Messfelge ohne Schriftzüge
55QuerschnittFlankenhöhe in Prozent der Breite: 205 × 0,55 = 112,75 mm
RBauartRadialreifen; ZR ist eine ältere Zusatzkennung für über 240 km/h
16ZollFelgendurchmesser: 16 × 25,4 = 406,4 mm
91Lastindex615 kg pro Reifen beim Bezugsdruck von 2,5 bar
VSpeedindexzulässig bis 240 km/h
XLExtra Loadverstärkte Karkasse, 3 bis 4 Stufen höherer Lastindex bei 2,9 bar
CCommercialTransporterreifen mit zwei Lastindizes, etwa 109/107
Alpine-SymbolWinterBerg mit Schneeflocke; in Deutschland seit Oktober 2024 Pflicht für Winterreifen, M+S allein reicht nicht mehr
DOT 2324HerstellungKalenderwoche 23 im Jahr 2024

Beim Nachkauf müssen Breite, Querschnitt und Zoll identisch sein; Last- und Speedindex dürfen höher liegen, nie niedriger. Run-flat-Kennungen, Laufrichtung und Reifenalter erklärt Reifenbezeichnung lesen.

Was die Ergebnisse bedeuten

Die Werte am Beispiel einer Umrüstung von 205/55 R16 auf 225/40 R18 mit 8Jx18 ET40 statt 7Jx16 ET45. Die Tachowerte gelten ohne die Voreilung, die der Hersteller zusätzlich einstellt.

Wert205/55 R16225/40 R18Änderung
Reifendurchmesser631,9 mm637,2 mm+5,3 mm
Abrollumfang1985,2 mm2001,8 mm+0,8 %
Tacho bei echten 100 km/h100,099,2−0,8 km/h
Bodenfreiheit+2,7 mm
Flankenhöhe112,75 mm90,0 mm−22,75 mm
Umdrehungen pro km503,7499,6−4,1
Außenkante bei 7Jx16 ET45 → 8Jx18 ET40+17,7 mm
Innenkante+7,7 mm
Spurweite pro Achse+10 mm
Abrollumfang und Tacho
Entscheiden über die Zulassung. +0,8 % liegen im Richtwert; der Tacho zeigt 0,8 km/h weniger, was die Serienvoreilung von 2 bis 5 % auffängt.
Bodenfreiheit
Ändert sich um die halbe Durchmesserdifferenz. Bei tiefergelegten Autos zählen schon wenige Millimeter an Rampen und Bordsteinen.
Flankenhöhe
Bestimmt Komfort und Felgenschutz. Unter etwa 100 mm federt der Reifen Querfugen spürbar härter ab, und die Felge kommt Bordsteinen näher.
Außen- und Innenkante
Zeigen, ob das Rad in den Radkasten passt. +17,7 mm außen können an der Kotflügelkante schleifen; +7,7 mm innen verbrauchen oft die Hälfte der Reserve zum Federbein.
Umdrehungen pro km
Grundlage für Tacho und Kilometerzähler. Bei +0,8 % zählt der Kilometerzähler auf 10 000 km rund 80 km zu wenig.

Fazit des Beispiels: Größe und Tacho sind unkritisch; zu prüfen bleiben der Lastindex, den 225/40 R18 erst als XL mit 92 erreicht, und der Platz am Kotflügel.

Wie viel Abweichung beim Abrollumfang üblich ist

Felgengutachten und Prüforganisationen arbeiten mit −2,5 % bis +1,5 % gegenüber der Seriengröße. Ein Gesetz nennt diese Zahlen nicht; sie folgen aus der Tachovorschrift ECE-R 39 und der Praxis der Abnahmen.

Nach oben ist der Bereich enger, weil ein größerer Reifen den Tacho weniger anzeigen lässt. Ein Tacho mit 3 % Voreilung zeigt bei +3 % Umfang genau die echte Geschwindigkeit, bei +4 % zu wenig, und das verbietet ECE-R 39. Nach unten gibt es mehr Spielraum, weil ein kleinerer Reifen den Tacho nur stärker vorgehen lässt; begrenzt wird er durch Bodenfreiheit, höhere Motordrehzahl und einen Kilometerzähler, der zu viel zählt.

Der Bereich ist ein Richtwert, keine Freigabe. Auch eine Größe mit +0,5 % ist unzulässig, wenn sie weder im COC noch in einem Gutachten steht.

Alternativgrößen: beliebte Umrüstungen von 15 bis 19 Zoll

Mit jedem Zoll mehr Felge wächst der Felgendurchmesser um 25,4 mm. Damit der Außendurchmesser gleich bleibt, muss jede Flanke um rund 12,7 mm niedriger werden. Das gelingt über einen kleineren Querschnitt und meist eine größere Breite, weil eine sehr flache, schmale Flanke zu wenig Luft für den nötigen Lastindex fasst.

SerieAlternativeDurchmesserAbweichungTacho bei 100 km/h
185/65 R15195/55 R16620,9 mm−0,1 %100,1
185/65 R15205/45 R17616,3 mm−0,8 %100,8
185/65 R15215/40 R18629,2 mm+1,2 %98,8
195/65 R15205/55 R16631,9 mm−0,4 %100,4
195/65 R15225/45 R17634,3 mm0,0 %100,0
195/65 R15225/40 R18637,2 mm+0,4 %99,6
205/55 R16225/45 R17634,3 mm+0,4 %99,6
205/55 R16225/40 R18637,2 mm+0,8 %99,2
205/55 R16225/35 R19640,1 mm+1,3 %98,7
215/60 R16225/50 R17656,8 mm−1,1 %101,2
215/60 R16235/45 R18668,7 mm+0,6 %99,4
215/60 R16235/40 R19670,6 mm+0,9 %99,1
225/45 R17225/40 R18637,2 mm+0,5 %99,5
225/45 R17225/35 R19640,1 mm+0,9 %99,1
225/45 R17245/35 R19654,1 mm+3,1 %97,0

Ob die breitere Felge in den Radkasten passt und welche Felge zu welchem Auto gehört, zeigt Welche Felgen passen auf mein Auto?

Tachoabweichung: warum größere Reifen den Tacho weniger anzeigen lassen

Der Tacho misst nicht die Geschwindigkeit, sondern die Drehzahl der Räder über die ABS-Sensoren. Das Steuergerät rechnet sie mit dem gespeicherten Abrollumfang der Seriengröße in km/h um. Ein größerer Reifen legt pro Umdrehung mehr Weg zurück, dreht also langsamer, und der Tacho zeigt weniger an, als Sie fahren. Die Tabelle zeigt die Anzeige ohne Voreilung.

Echte GeschwindigkeitUmfang −2 %Umfang +1,5 %Umfang +3 %
50 km/h51,049,348,5
100 km/h102,098,597,1
130 km/h132,7128,1126,2

Messung und Angleichung beschreibt Tacho nach Reifenwechsel anpassen.

Welche Felgenbreite zu welcher Reifenbreite passt

Jede Reifenbreite ist nach der europäischen Norm ETRTO für einen Bereich von Maulweiten freigegeben. Die Maulweite ist die erste Zahl der Felgenbezeichnung, etwa 8 in 8Jx18 ET40, gemessen innen zwischen den Felgenhörnern.

Auf einer zu schmalen Felge wölbt sich die Flanke, der Reifen walkt mehr und reagiert verzögert auf Lenkbewegungen. Auf einer zu breiten wird die Flanke gestreckt, das Felgenhorn steht ungeschützt vor, und der Wulst hat weniger Halt. Die Werte gelten für Querschnitte von 40 bis 55; bei flacheren Reifen verschiebt sich der Bereich um ein halbes Zoll nach oben.

ReifenbreiteZulässig (Zoll)Ideal
185 mm5,0–6,55,5
195 mm5,5–7,06,0
205 mm5,5–7,56,5
215 mm6,0–7,57,0
225 mm6,0–8,07,5
235 mm6,5–8,58,0
245 mm7,0–9,08,0
255 mm7,5–9,58,5

Einpresstiefe und Distanzscheiben: wie weit das Rad nach außen wandert

Die Einpresstiefe (ET) ist der Abstand zwischen der Mitte der Felge und der Fläche, mit der sie an der Nabe anliegt. Eine kleinere ET schiebt das ganze Rad nach außen. Eine breitere Felge wächst zu beiden Seiten um die Hälfte des Zuwachses, also bei 1 Zoll um je 12,7 mm. Eine Distanzscheibe wirkt wie eine kleinere ET: 10 mm Scheibe entsprechen ET minus 10.

Außenkante
Breitenzuwachs ÷ 2 − ET-Änderung. 7J ET45 auf 8J ET40 ergibt +17,7 mm Richtung Kotflügel, mit 10-mm-Distanzscheiben +27,7 mm.
Innenkante
Breitenzuwachs ÷ 2 + ET-Änderung. Im selben Beispiel +7,7 mm Richtung Federbein; Distanzscheiben verringern diesen Wert.
Folgen
Ein größerer Abstand zwischen Rad und Nabe vergrößert den Lenkrollradius und den Hebel auf die Radlager. Die Lenkung reagiert stärker auf Spurrillen und einseitiges Bremsen.
Zulassung
Distanzscheiben brauchen ein eigenes Teilegutachten oder eine ABE, zusätzlich zum Felgengutachten.

Last- und Geschwindigkeitsindex beim Umrüsten

Die Betriebskennung der neuen Größe darf nicht unter den Werten aus den Papieren liegen. Höhere Werte sind immer erlaubt; ein Reifen mit 94W darf montiert werden, wo 91V verlangt ist.

Die vollständigen Tabellen von Lastindex 70 bis 119 und Speedindex L bis Y stehen unter Lastindex und Geschwindigkeitsindex.

Ist die neue Größe erlaubt?

Jede Rad-Reifen-Kombination aus COC oder Typenschein ist ohne Prüfung erlaubt, sofern Reifengröße, Felgenbreite und Einpresstiefe zusammen stimmen. Alles andere braucht eine ABE, ein Gutachten mit Abnahme oder eine Einzelgenehmigung; ohne Nachweis erlischt die Betriebserlaubnis. Den Ablauf in allen drei Ländern beschreibt Andere Reifengröße eintragen.

Deutschland

Felge mit ABE oder ECE-R 124: Auflagen erfüllen und Dokument mitführen. Mit Teilegutachten: Änderungsabnahme nach § 19 Abs. 3 StVZO bei TÜV, DEKRA, GTÜ oder KÜS für 50 bis 100 Euro. Ohne Gutachten bleibt die Einzelbegutachtung für 150 bis 400 Euro, die bei Felgen ohne Kennzeichnung meist scheitert.

Österreich

Alles außerhalb von Typenschein und COC ist eine Änderung nach § 33 KFG. Die Landesprüfstelle genehmigt sie und trägt die Kombination in die Genehmigungsdatenbank ein. Beim Pickerl fällt eine fehlende Genehmigung als schwerer Mangel auf.

Schweiz

Fremdfelgen brauchen einen Prüfbericht nach asa-Richtlinie; ein deutsches Teilegutachten wird oft akzeptiert. Das Auto wird beim kantonalen Strassenverkehrsamt vorgeführt, danach steht die Kombination im Fahrzeugausweis.

Häufige Fehler beim Umrüsten

Nach der Berechnung am Auto prüfen

Die Rechnung liefert Maße, aber nicht den Platz in Ihrem Radkasten. Die ersten drei Punkte lassen sich vor dem Kauf mit einem Probe-Rad klären, das der Händler oft gegen Pfand ausleiht.

  • Lenkung bis zum Anschlag einschlagen und Abstand zu Radhausschale, Federbein und Spurstange rundum prüfen
  • Auto mit Beifahrer und Gepäck einfedern lassen und den Abstand zur Kotflügelkante kontrollieren
  • Bei kleinerer Felge den Abstand von Speiche und Felgenbett zum Bremssattel messen; 3 mm gelten als Untergrenze
  • Schneekettenfreigabe der neuen Größe in der Betriebsanleitung nachsehen
  • RDKS-Sensoren anlernen lassen oder ein indirektes System im Bordmenü neu kalibrieren
  • Reifendruck für die neue Größe einstellen, bei XL meist 0,2 bis 0,4 bar über dem Serienwert
  • Radschrauben nach 50 bis 100 km mit dem Drehmomentschlüssel nachziehen
  • Tacho bei konstant 100 km/h mit einer GPS-App vergleichen

Breitere oder schmalere Reifen

Die Aufstandsfläche eines Reifens hängt vor allem von Radlast und Luftdruck ab, nicht von der Breite: 400 kg Radlast bei 2,4 bar ergeben rund 163 cm². Ein breiter Reifen verteilt diese Fläche auf eine kürzere, breitere Form. Das bringt mehr Seitenführung, weil Flanke und Profilblöcke steifer sind, aber der Reifen muss bei Nässe mehr Wasser zur Seite verdrängen und schwimmt früher auf.

KriteriumBreiterSchmaler
Seitenführung trockenhöhergeringer
Aquaplaningsetzt früher einsetzt später ein
Schnee und Matschschwimmt eher aufgreift besser
Bremsweg trockenmeist kürzermeist länger
Verbrauch+0,1 bis 0,3 l/100 kmniedriger
Abrollgeräuschlauterleiser
Federungskomfortstraffer, vor allem mit flacher Flankeweicher
Lenkgefühldirekter, folgt eher Spurrillenleichtgängiger
Preishöher, ab 18 Zoll deutlichniedriger

Winterreifen in anderer Größe

Winterräder sind oft schmaler und ein Zoll kleiner als die Sommerräder: 225/45 R17 wird zu 205/55 R16 mit −0,4 % Abweichung. Der schmale Reifen drückt mit mehr Gewicht pro Fläche auf die Straße und schneidet sich durch Schneematsch, die höhere Flanke schützt die Felge vor Splitt und Bordsteinen. Die kleinere Felge muss über die Bremse passen; die kleinste zulässige Größe steht im COC.

Schneeketten sind oft nur auf einer Größe freigegeben, meist der schmalsten. Pflicht, Mindestprofil und Spikes je Land stehen unter Winterreifen.

LandPflichtSymbolProfil
Deutschlandbei winterlicher StraßeAlpine-Symbol1,6 mm
Österreich1.11. bis 15.4. bei winterlicher FahrbahnM+S oder Alpine4 mm
Schweizkeine, aber Haftung—1,6 mm

Mischbereifung, Allrad und Notrad

Mischbereifung
Unterschiedliche Größen vorn und hinten, etwa 225/40 R18 und 255/35 R18 mit −0,2 % Unterschied, sind nur erlaubt, wenn die Kombination so in den Papieren oder im Gutachten steht. Die Räder dürfen dann nicht zwischen den Achsen getauscht werden.
Allrad
Beide Achsen brauchen fast den gleichen Abrollumfang. Schon 1 bis 2 % Unterschied lassen bei vielen Systemen Mittendifferenzial oder Lamellenkupplung dauerhaft arbeiten, bis sie überhitzen. Reifen deshalb als Satz von vier mit ähnlicher Profiltiefe wechseln.
Notrad
Das schmale Notrad hat oft eine eigene Größe und gilt nur als Ausnahme: höchstens 80 km/h, nur bis zur nächsten Werkstatt, an Allradautos nur nach Vorgabe des Herstellers.

So rechnet der Reifenrechner

Flankenhöhe
205 × 55 ÷ 100 = 112,75 mm
Felgendurchmesser
16 × 25,4 = 406,4 mm
Reifendurchmesser
406,4 + 2 × 112,75 = 631,9 mm
Abrollumfang
631,9 × π = 1985,2 mm
Umdrehungen pro km
1 000 000 ÷ 1985,2 = 503,7
Abweichung
(Umfang neu ÷ Umfang alt − 1) × 100
Tacho bei echten 100 km/h
100 ÷ (Umfang neu ÷ Umfang alt)

Gerechnet wird mit Nennmaßen, dem rechnerischen Abrollumfang. Der echte, dynamische Abrollumfang unter Last ist 2 bis 3 % kleiner, weil der Reifen einfedert; beim Vergleich zweier Größen hebt sich das weitgehend auf. Ein neuer Reifen mit 8 mm Profil ist im Durchmesser rund 13 mm größer als einer mit 1,6 mm, und die Maße schwanken je Hersteller um bis zu 1 %. Nicht wissen kann eine Rechnung, welche Größen Ihr Auto laut COC fahren darf, wie viel Platz im Radkasten ist und wie stark Ihr Tacho vorgeht.

Häufige Fragen zum Reifenrechner

Darf ich 225/45 R17 statt 205/55 R16 fahren?

Ja, wenn die Kombination im COC steht oder die Felge ein Gutachten dafür hat. Technisch passt sie mit +0,4 % Abweichung; der Lastindex muss den Wert aus den Papieren erreichen, häufig nur als XL.

Wie viel darf der Abrollumfang abweichen?

Üblich sind −2,5 % bis +1,5 %. Eine feste gesetzliche Grenze gibt es nicht; entscheidend sind die Freigabe der Größe und ein Tacho, der nie zu wenig anzeigt.

Muss eine andere Reifengröße eingetragen werden?

Nein, wenn sie mit der passenden Felge im COC oder Typenschein steht. Sonst ja: mit ABE meist ohne Abnahme, mit Teilegutachten nach einer Abnahme; siehe Andere Reifengröße eintragen.

Was passiert mit der Versicherung ohne Eintragung?

Die Haftpflicht zahlt den Schaden des Gegners, kann aber bis zu 5000 Euro vom Fahrer zurückfordern. Die Kasko kann kürzen, weil die Betriebserlaubnis erloschen ist.

Steigt der Verbrauch mit breiteren Reifen?

Ja, meist um 0,1 bis 0,3 Liter auf 100 km. Breitere Reifen haben mehr Roll- und Luftwiderstand; bei Elektroautos sinkt die Reichweite um einige Prozent.

Warum weicht der Tacho schon mit Serienreifen ab?

Hersteller stellen ihn absichtlich 2 bis 5 % zu hoch ein. ECE-R 39 verbietet eine Anzeige unter der echten Geschwindigkeit, und die Reserve deckt Verschleiß und Toleranzen ab; siehe Tacho anpassen.

Was bedeutet 195 R14 ohne Querschnitt?

Das ist eine alte Normalquerschnitts-Größe mit einer Flanke von rund 82 % der Breite und etwa 676 mm Durchmesser. Die nächste moderne Größe ist 195/80 R14; mehr unter Reifenbezeichnung lesen.

Wie rechne ich Zollgrößen wie 31x10.50 R15 um?

Alle Zahlen sind Zoll: 31 Zoll Durchmesser sind 787 mm, 10,5 Zoll Breite 267 mm, die Felge hat 15 Zoll. Die nächste metrische Größe ist 265/75 R15 mit 779 mm.

Brauche ich bei neuen Felgen neue RDKS-Sensoren?

Nur bei direktem RDKS mit Sensor im Ventil, und auch dann lassen sich die alten meist umbauen. Indirekte Systeme brauchen nur eine Neukalibrierung im Bordmenü; siehe Welche Felgen passen auf mein Auto?